Aktuelles
Erfahren Sie hier die aktuellsten Trends und Entwicklungen rund um die Patientensicherheit. Bleiben Sie informiert über aktuelle Projekte, Veranstaltungen und Innovationen, die unser Netzwerk vorantreiben.

3. Überregionales Netzwerktreffen
25.06.2026
Patientensicherheit im Fokus: 3. Überregionales Netzwerktreffen in Frankfurt setzt Meilenstein für Arzneimittelsicherheit
Am Donnerstag, den 25. Juni 2026, kam das Hessische Netzwerk Patientensicherheit, das von der Universitätsmedizin Frankfurt geleitet wird, in Frankfurt zu seinem dritten überregionalen Treffen zusammen.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Ca 60 Teilnehmende, darunter Patientensicherheitsbeauftragte, erstmals auch AMTS-verantwortliche Personen, Mitglieder des Landesbeirats Patientensicherheit, Vertreter des Hessischen Ministeriums für Familie, Gesundheit und Pflege (HMFG), der Hessischen Krankenhausgesellschaft und der Landesärztekammer Hessen nahmen teil. Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor der Universitätsmedizin Frankfurt, und Nuria Bartel Referat IV7 (Qualitätssicherung und Patientensicherheit) Abteilung IV (Gesundheit) im HMFG sowie Dr. Kyra Schneider begrüßten die Anwesenden herzlich. Im Anschluss stellt sie die erste Präsentation der longitudinalen Ergebnisse des hessischen Berichts Patientensicherheit vor.
Die vom Hessischen Netzwerk Patientensicherheit koordinierte Veranstaltung widmete sich in diesem Jahr einem der kritischsten Bereiche der Medizin: der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Da Medikationsfehler zu den häufigsten vermeidbaren Risiken im Klinikalltag gehören, stand der Austausch darüber im Mittelpunkt, wie Risiken frühzeitig erkannt und konsequent vermieden werden können.
Das Fundament: Die sichere Therapie beginnt mit der Anamnese
Jede verhinderte Fehleinnahme, jede vermiedene Verwechslung und jede korrigierte Dosisabweichung erhöht die Patientensicherheit und rettet ggf. Leben. Die Referentinnen und Referenten– darunter Dr. Almut Weygand (Leiterin der Zentralapotheke Hildesheim), Dr. Jens Puschmann (Apothekenleiter der Helios HSK Apotheke) und Thorsten Junk (Geschäftsführer der Hessenapotheke) – demonstrierten eindrucksvoll, wie die Apotheke als Schutzschild für Patientinnen und Patienten fungieren kann.
Als ein Schlüssel zum Erfolg wurde ein korrekter Medikationsplan identifiziert. Die konkreten Beiträge von Apothekerinnen und Apothekern zur Stärkung der Patientensicherheit sind vielfältig:
- Strukturierte Arzneimittelanamnese: Bereits bei der Aufnahme elektiver Patientinnen und Patienten.
- Pharmazeutische Prüfung: Systematische Kontrolle der gesamten Medikation auf Wechselwirkungen.
- Gezielte Interventionen: Direktes Eingreifen bei Unstimmigkeiten in der Verordnung.
- Pharmazeutische Beratung bzw. Stationsapothekerinnen und -apotheker: Direkter Support und fachliche Beratung von Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden auf den Stationen.
- Unit-Dose-Versorgung: Die patientenindividuelle Bereitstellung von Arzneimitteln.
Der messbare Nutzen dieser Maßnahmen liegt auf der Hand: Eine signifikante Erhöhung der Medikationsqualität, das effektive Vermeiden von Fehlern und eine spürbare Entlastung des gesamten Behandlungsteams.
Fokus Notaufnahme: Der Hochrisiko-Ort für Fehler
Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigte Bianca Partheymüller (Apothekerin am Klinikum Hanau) mit ihrem Projekt „EMERGENCY DEPARTMENT PHARMACIST“. Die Notaufnahme gilt als Hochrisiko-Ort für Medikationsfehler, da Ärztinnen und Ärzten im Schnitt oft nur wenige Minuten für eine vollständige Arzneimittelanamnese bleiben.
Erschwerend kommt die Unzuverlässigkeit des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) hinzu: Nur 39 % der Patientinnen und Patienten führen überhaupt einen Plan mit sich, und von den vorhandenen Plänen sind 68 % inhaltlich fehlerhaft. Das Projekt beweist, dass AMTS zwingend bereits in der Notaufnahme beginnen muss.
Kritische Diskussion: Technik vs. Mensch & die Finanzierungsfrage
In den anschließenden Diskussionen wurden auch kritische Aspekte beleuchtet. Zur Unit-Dose-Versorgung wurde klar festgehalten: Ein Verpackungsautomat allein ist nicht die Lösung. Die Unit Dose macht schlechte Prozesse nicht besser und lebt zu 100 % von korrekten Daten. Sie darf nicht als reines IT- oder Apothekenprojekt verstanden werden – auch im hochdigitalisierten Medikationsprozess bleibt der Mensch der entscheidende Sicherheitsfaktor.
Ebenfalls intensiv diskutiert wurde die Frage der nachhaltigen Finanzierung von Stationsapothekerinnen und -apothekern.
Gesetzlicher Rückenwind: Niedersachsen als Vorbild, Hessen zieht nach
Dass Stationsapotheker einen wichtigen Beitrag ermöglichen, zeigt der Blick über die Bundeslandgrenze: Im Niedersächsischen Krankenhausgesetz ist der Einsatz von Stationsapothekerinnen und -apothekern in ausreichender Zahl zur Verbesserung der Patientensicherheit bereits gesetzlich vorgeschrieben, wenngleich auch nicht gegenfinanziert.
Hessen baut sein Modell der Patientensicherheit derzeit ebenfalls aus. Die Patientensicherheitsverordnung sieht vor, dass Krankenhäuser eine verantwortliche Person für AMTS benennen, die gemeinsam mit den Patientensicherheitsbeauftragten an einer sichereren Versorgung arbeiten. Zudem ist eine ständige Arbeitsgruppe AMTS des Landesbeirates Patientensicherheit eingerichtet. Diese strategisch ausgerichtete AG soll nun durch eine operativ ausgerichtete AG AMTS im Hessischen Netzwerk Patientensicherheit unterstützt werden. Die aktuelle Fassung der Patientensicherheitsverordnung (PaSV) sieht einen regelmäßigen Austausch zwischen Patientensicherheitsbeauftragten und den AMTS-Verantwortlichen vor (§ 3 Nr. 5 PaSV). [1]
Hygiene als Daueraufgabe
Neben dem Hauptschwerpunkt AMTS wurde ein weiteres, dauerhaft brennendes Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Multiresistente Keime (MRE) als eine der größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Fachvorträge von Simone Puttins, LAGQH, Dr. Lisa Vorbeck– Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene – Universitätsmedizin Frankfurt und – Dr. med. Georg-Christian Zinn, Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention, Bioscientia machten unmissverständlich deutlich, dass der Kampf gegen resistente Erreger im Klinikalltag nur durch ein lückenloses Zusammenspiel von Wachsamkeit, Diagnostik und konsequentes Enthalten von Händehygiene, Isolation und Desinfektion.
Das 3. Überregionale Netzwerktreffen bot neben hochkarätigen Fachvorträgen vor allem Raum für inspirierende Diskussionen und freien Austausch, von dem auch unsere Universitätsmedizin Frankfurt wichtige Impulse für die tägliche Praxis mitnimmt.

2. Überregionales Netzwerktreffen
03.07.2025

Sitzung des Landesbeirats Patientensicherheit
07.05.2025

Pressemitteilung: Hessisches Netzwerk Patientensicherheit wächst schnell

Patientensicherheitsverordnung

Überregionales Netzwerktreffen am 21.06.2024 in FFM

GQMG Jahrestagung 2024

Der Flyer beinhaltet einfache verbale Hinweise, die den Patientinnen und Patienten auch im Krankenhaus helfen, sich zu orientieren und während des Aufenthaltes zurechtzufinden.

Welttag der Patientensicherheit 2023
Tipps für Ihren Krankenhausaufenthalt
Download Flyer
Sicherheit für Patientinnen und Patienten in der ambulaten Versorgung
Download Flyer


